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Gerd Georg HirschmannMetallbildhauer · Nürnberg
Dichtes Geflecht aus Metallrohren, Ketten und Ringen, im Hof einer Werkstatt gelagert.

Metallskulpturen

Wie aus Altmetall ein Körper wird

Geschweißte Metallplastik aus Nürnberg — Material, Verfahren und das Werkthema, das seit Jahrzehnten dasselbe geblieben ist.

Gerd Georg Hirschmann ist Metallbildhauer in Nürnberg. Seine Skulpturen entstehen nicht aus einem Block, aus dem etwas herausgeschlagen wird, sondern aus Hunderten von Einzelteilen, die er miteinander verschweißt. Eisen, Gummi, Ketten, Rohre, Federn, Ringe, Zahnräder und Laufrollen — Material, das schon ein Leben hinter sich hat, bekommt ein zweites.

Das Verfahren ist additiv und langsam. Es gibt keinen Entwurf, der vorher feststünde. Ein Teil wird an das nächste gesetzt, die Masse verdichtet sich, und irgendwann kippt sie: Was eben noch ein Haufen Schrott war, steht als Körper im Raum. Dieser Umschlag ist der eigentliche Gegenstand der Arbeit. Er lässt sich nicht planen, nur herbeiarbeiten — und genau deshalb dauern einzelne Stücke Monate.

Die Konsequenz davon ist Gewicht. Mehrere der Arbeiten sind so groß und so schwer, dass sie nur mit fest angebauten Laufrollen zu bewegen sind; auf den Bildern der Werkgalerie sind diese Rollen offen zu sehen. Eine mehrere Meter lange Plastik auf einen Messestand in Innsbruck, Maastricht oder Wiesbaden zu bringen, ist jedes Mal eine eigene Unternehmung — mit Transporter, Rampe und zwei Paar Händen. Bei dieser Arbeit gehört das Verladen genauso zum Werk wie das Schweissen.

Vier Merkmale

Woran man diese Arbeiten erkennt

Keine Preise, keine Auflage, keine Serie — aber vier Eigenschaften, die auf jede der elf gezeigten Skulpturen zutreffen.

Material

Eisen und Gummi, dazu alles, was sich fügen lässt: Ketten, Rohrstücke, Zahnräder, Federn, Ringe, Laufrollen. Der Künstler selbst nennt es «connected materials, like iron, rubber, and something else». Nichts wird geglättet oder lackiert — die Herkunft jedes Teils bleibt ablesbar.

Verfahren

Geschweißt, nicht gegossen und nicht modelliert. Die Form entsteht additiv, Teil für Teil, über Wochen und Monate. Es gibt kein Modell, das vorher feststünde; die Masse wächst, bis sie trägt — und bis sie steht.

Oberfläche

Rost, Patina und Farbe arbeiten weiter. Dieselbe Skulptur erscheint im Lauf der Jahre rostbraun, silbrig, rosa oder tiefgrün — die jüngsten Aufnahmen zeigen eine durchgehend grün patinierte Oberfläche. Die Zeit ist Teil des Materials.

Maßstab

Vom Kleinformat auf dem Ausstellungssockel bis zur mehrere Meter langen Plastik, die nur auf Transportrollen bewegt werden kann. Mehrere Arbeiten haben Laufrollen fest angebaut — sonst wären sie nach dem Schweissen nicht mehr vom Fleck zu bringen.

Großformatige helle Skulptur aus hunderten verschlungenen Drahtringen im Hof vor einer Backsteinwand.

Werkthema

«Fluctuating particle-strings»

Das durchgehende Thema dieser Arbeit ist nicht die Figur, sondern die Schwingung.

Gerd Georg Hirschmann verbindet die Metallplastik mit der vedischen Meditation. Was er in den verschlungenen Draht- und Kettenmassen sucht, nennt er «fluctuating particle-strings» — schwingende Teilchenfäden. VEDA und VEDANTA sind in seinen Texten ebenso präsent wie das Schweißgerät in der Werkstatt, und beides meint für ihn dasselbe: eine Struktur, die sich aus sich selbst heraus ordnet.

Dieses Denken hat einen Namen und eine Quelle. Es ist der Begriff des Rückbezugs, wie ihn ein Seminarblatt der Deutschen MERU Gesellschaft von 1986 beschreibt — ein Blatt, das der Künstler bis heute aufbewahrt und auf seiner Website zeigt. Wer die Skulpturen verstehen will, liest diesen Text am besten zuerst.

«About connected materials, like iron, rubber, and something else who could promote you in any skills — by the acception of it in your strongly cleaned heart and the vedic science!»

Gerd Georg Hirschmann, Beschreibung auf gerdhirschmann.de

Beispiele

Vier Arbeiten im Vergleich

Dichtes, lagerndes Geflecht aus Metallrohren, Ketten und Ringen im Hof einer Werkstatt.
Geflecht aus Rohr und Kette
Großformatige helle Skulptur aus hunderten verschlungenen Drahtringen, im Hof vor einer Backsteinwand.
Helle Drahtskulptur im Hof
Silbrig glänzende Skulptur aus gewundenem Draht mit dunklem Kern, auf der Straße neben einem Fahrzeug abgestellt.
Silbrige Drahtform an der Straße
Mehrere Meter lange Metallskulptur auf Transportrollen, im Freien vor Grün und einer gelben Maschine.
Langgestreckte Plastik mit Rollen

Die Arbeiten ansehen

Elf Skulpturen, jede nur einmal gezeigt — so wie sie im Hof, in der Halle und auf dem Messestand stehen.

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