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Gerd Georg HirschmannMetallbildhauer · Nürnberg
Hoch aufragende graue Metallskulptur vor einer hellen Plane, im Freien zwischen Werkstattgerät.

Rückbezug

Der Text, auf den sich diese Arbeit beruft

Ein vergilbtes Blatt von 1986. Es kündigt ein Seminar an, das nie stattfand — und es erklärt, was Gerd Georg Hirschmann seither in Metall sucht.

Vergilbtes Blatt der Deutschen MERU Gesellschaft mit der Seminarankündigung «Selbststrukturierung durch Rückbezug» von 1986, quer über dem Kopf handschriftlich «Fällt aus!».
Das Originalblatt, wie es auf der bisherigen Website von Gerd Georg Hirschmann abgebildet ist. Handschriftlich quer über dem Kopf des Blattes: «Fällt aus!»

Auf der bisherigen Website von Gerd Georg Hirschmann steht unter der Überschrift «Rückbezug» ein einziger Satz — und daneben die Abbildung dieses Blattes. Es ist die Ankündigung eines Seminars der Deutschen MERU Gesellschaft, 6.–8. Juni 1986 in Schledehausen. Quer über dem Kopf steht in roter Schrift: «Fällt aus!»

Das Seminar fiel aus. Der Text blieb. Er beschreibt, was Jahrzehnte später in den verschweißten Metallmassen wiederkehrt: Systeme, die sich durch Rückbezug selbst strukturieren — und ein Weltbild, in dem naturwissenschaftliche, künstlerische und spirituelle Prozesse auf dieselbe Wurzel zurückgehen. Für den Künstler ist das keine Metapher, sondern die Arbeitsanweisung.

Der folgende Wortlaut ist dem Blatt wörtlich entnommen. Er ist nicht gekürzt, nicht geglättet und nicht kommentiert.

«The explaining of self-resetting in our particles meant in a compared easy manner the breaking up and straigtening management of the ordinary circling with our string-waves!»

Gerd Georg Hirschmann zum Rückbezug, auf gerdhirschmann.de

Deutsche MERU Gesellschaft

Am Berg 2 · D-4516 Bissendorf 2

MERU-Seminar

Selbststrukturierung durch Rückbezug: Eine universelle Eigenschaft belebter und unbelebter Systeme

6.–8. Juni 1986 in Schledehausen · Leitung des Seminars: Dr. Klaus Volkamer

Das Prinzip des Rückbezugs ist von rückkoppelnden oder, ganz allgemein, nicht-linearen Systemen her seit längerem bekannt. Auch die Existenz entsprechender kybernetischer Prozesse auf den unterschiedlichsten Ebenen in der Natur ist nicht neu. Mit wachsendem Interesse studiert die Wissenschaft seit etwa einem Jahrzehnt die systemunabhängigen, universellen Eigenschaften rückbezogener Systeme. Die aus ihnen resultierende Selbstorganisationsfähigkeit weist in Richtung einer spontanen Selbststrukturierung und Selbstgestaltung hierarchisch komplexer Systeme. Diese kommt zustande durch ihre inneren und zur Umgebung hin vernetzenden, äußeren Rückbezugsmechanismen. Ein neues Weltbild zeichnet sich ab, dessen Paradigma durch den Begriff des Rückbezugs bestimmt wird. In ihm können rein naturwissenschaftlich-materielle, künstlerische und spirituelle Prozesse auf eine gemeinsame Wurzel zurückgeführt werden.

In dem Seminar werden an ausgewählten Beispielen die universellen Eigenschaften rückbezüglicher Systeme anschaulich dargestellt und ihre Bedeutung als ordnende Kraft in einer immer komplizierter werdenden Welt der Erscheinungen erarbeitet.

Quelle: Deutsche MERU Gesellschaft, Am Berg 2 · D-4516 Bissendorf 2. Wortlaut abgeschrieben von der Abbildung des Originalblattes auf gerdhirschmann.de.

Vom Text zur Skulptur

Was «Selbststrukturierung» am Material heißt

Das Blatt spricht von Systemen, die sich durch innere und äußere Rückbezugsmechanismen selbst ordnen. Genau so entstehen diese Skulpturen: Es gibt keinen Entwurf, dem gefolgt würde. Jedes angeschweißte Teil verändert die Bedingungen für das nächste — die Form organisiert sich im Arbeiten selbst.

Deshalb lassen sich die Arbeiten auch nicht zerlegen und neu zusammensetzen. Sie sind kein Bausatz, sondern ein Verlauf, der stehen geblieben ist. Und deshalb redet Gerd Georg Hirschmann von «fluctuating particle-strings» statt von Komposition: Er meint nicht, wie die Teile angeordnet sind, sondern was zwischen ihnen schwingt.

Der zweite Strang ist die vedische Meditation. VEDA und VEDANTA stehen in seinen Texten gleichberechtigt neben Eisen und Gummi. Der Rückbezug ist die Brücke zwischen beidem — der gemeinsame Begriff, unter dem Werkstatt und Meditation dasselbe meinen.

Die Arbeiten ansehen

Elf Skulpturen, jede nur einmal gezeigt — so wie sie im Hof, in der Halle und auf dem Messestand stehen.

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